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Zitronen in Amalfi - Ein Blick in die Landwirtschaft unseres südlichen Nachbarns

Wer an die Amalfiküste in Süditalien denkt, hat vermutlich zuerst das tiefblaue Meer, steile Felsküsten und malerische Dörfer vor Augen. Doch zwischen den Häusern und auf den steilen Hängen wird seit Generationen Landwirtschaft betrieben. Besonders bekannt ist die Region für ihre grossen, aromatischen Amalfi-Zitronen.

Die „Sfusato Amalfitano“ ist eine besondere Zitronensorte, die an der Amalfiküste ideale Bedingungen vorfindet. Die Früchte sind nicht nur zum Kochen geeignet, sondern können auch mit der Schale gegessen werden. Ihr intensives Aroma wird unter anderem durch die besonderen klimatischen Bedingungen und die Nähe zum Meer geprägt. Doch die Lage am Meer hat auch einen Nachteil im Winter kann es schon einmal zu Hagel kommen und da die Zitronen bis zur Ernte 2 Jahre brauchen, ist es wichtig die kleinen, grünen Zitronen mit schwarzen Netzen vom Hagel zu schützen. Die Zitronen werden grösstenteils aufgrund der hügeligen Lage an der Amalfiküste mittels Terrassenanbau angelegt. Ausserdem bauen die Bauern immer eine Pergola aus Kastanienholz um die Zitronentriebe daran festzumachen. Da es so steil ist kann bei der Ernte nichts maschinell gemacht werden und alles erfolgt in anstrengender Handarbeit. Die einzige Unterstützung der Bauern sind die Maultiere, welche die Zitronen nach unten oder zum Hof führen.

Eine Farm, welche ich besichtigen konnte liegt direkt am Zitronenweg (Mairoi - Minori). Hier hat der Bauer zusätzliche Einnahmen von Touristen, welche Rast für eine Erfrischung wie beispielsweise einem Limocello Spritz machen oder mit der gebuchten Führung den "Zitronengarten" besuchen. So ist es möglich, dass diese Farm schon seit 5 oder 6 Generationen besteht. Ansonsten, vor allem da es auch harte Arbeit ist und es zunehmendes schwieriger wird mit den konventionellen Zitronenbauern mitzuhalten, gibt es auch leere Zitronenterassen.

Ein weiterer spanender Fakt ist, die Stämme der Zitronenbäume sind Orangen, welche mit Zitronen veredelt wurden. Dies aus dem einfachen Grund, weil Orangen robuster sind als Zitronen.

 

Ein Bericht von Sabrina Ackle-Ruh

Tipp: Der Zitronenweg von Maiori nach Minori bittet wunderschöne Blicke auf die beiden Orte. Ausserdem sind diese Ort weit weniger überlaufen als die Stadt Amalfi.